„Die Welt ist eine Schöpfung Gottes“

Stoffsammlung: Alle drei abrahamitischen Religionen teilen das Schöpfungsdogma — aber in verschiedenen Ausformungen. Genesis 1 (sechs Tage), Koran Sure 41 (ebenfalls sechs Tage, aber mit anderen Akzenten), rabbinische Tradition mit multiplen Schöpfungsversuchen. Naturwissenschaftliche Gegenthesen: Urknall, Evolution, Multiversum. Innere Spannung: Schöpfungsgott als Garant von Ordnung — was bedeutet das für eine aufgelöste Rechtsordnung?

Argumentationsführung: Das Dogma ist das älteste und wirkmächtigste aller untersuchten Dogmen — weil es nicht nur eine Aussage über Kosmologie macht, sondern eine über Macht. Wer schöpft, herrscht. Der Schöpfergott legitimiert jede irdische Ordnung als gottgewollt — das ist seine eigentliche politische Funktion. Die Kritik zielt nicht auf die Frage ob Gott existiert, sondern auf die Frage wie das Schöpfungsdogma zur Stabilisierung und zur Unterdrückung benutzt wurde. Die symbiotische Neudeutung: Schöpfung nicht als abgeschlossener Akt, sondern als kontinuierlicher Prozess — das Universum schöpft sich selbst, resonant, in Mustern. Das ist Teilhard, das ist Prigogine, Die Welt ist eine Schöpfung Gottes