Kapitel 2 Eine kleine Dogmensammlung

Eine kleine Sammlung der großen Dogmen.

In der Kosmologie — Der Urknall war der Anfang von allem — Das Universum expandiert linear und endet im Wärmetod — Die Naturkonstanten sind unveränderlich — Dunkle Materie und Dunkle Energie erklären was wir nicht verstehen

In der Geologie — Die Erde ist 4,5 Milliarden Jahre alt — das ist gesichert — Kontinentaldrift ist langsam, graduell, berechenbar — Massenaussterben sind Ausnahmen, nicht das Muster

In der Quantenmechanik — Was nicht messbar ist, existiert nicht — Das Universum ist auf der Mikroebene grundsätzlich unbestimmt — Lokalität gilt überall außer in der Quantenwelt

In der Mathematik — 0 ist nichts — Unendlich ist eine Zahl — Ein widerspruchsfreies System kann sich selbst beweisen (Gödel widerlegt das — aber das Dogma lebt weiter)

Im Alten Testament / Talmud — Gott hat die Welt in sechs Tagen erschaffen — Das jüdische Volk ist das auserwählte Volk Gottes — Der Messias wird kommen und die Welt erlösen — Wer nicht zum Volk gehört, steht außerhalb des Bundes

Im Neuen Testament — Jesus ist Gottes Sohn — gezeugt, nicht erschaffen — Die Auferstehung ist leiblich und historisch — Nur durch Christus gibt es Heil — Die Kirche ist Hüterin der einzigen Wahrheit

Im Koran — Allah ist der einzige Gott — unteilbar, unvorstellbar — Mohammed ist sein letzter und endgültiger Prophet — Der Koran ist das direkte, unveränderte Wort Gottes — Die Scharia ist göttliches Recht — nicht verhandelbar

In der Philosophie Kants — Gott ist als regulative Idee notwendig — Freiheit ist die Bedingung jeder Moral — Reine Vernunft kann die Welt beschreiben — Die Unsterblichkeit der Seele ist postulierbar

In der europäischen Geschichtsforschung — Geschichte verläuft in Epochen: Steinzeit, Bronzezeit, Antike, Mittelalter, Neuzeit — Die Griechen erfanden die Demokratie und das Denken — Rom war die Mutter der abendländischen Zivilisation — Europa ist der Maßstab, an dem andere Kulturen gemessen werden — Der Fortschritt ist die Grundrichtung der Geschichte

Im Recht — Das Gesetz gilt für alle gleich — Der Staat ist an seine eigene Verfassung gebunden — Unrecht wird durch Gerichte korrigiert

In der Ökonomie — Der freie Markt reguliert sich selbst — Wachstum ist die Bedingung von Wohlstand — Geld ist ein neutrales Tauschmittel

In der Demokratietheorie — Wahlen legitimieren Macht — Mehrheit schützt Minderheiten — Gewaltenteilung funktioniert